Elektronische Gerätebeschreibung
Auch heute noch werden viele Feldgeräte mit einem eigenen Konfigurationstool parametriert. Der Anwender hat deshalb häufig mit ebenso vielen Tools wie eingesetzten Geräten umzugehen. Um dieses zeitraubende und umständliche Vorgehen zu beenden, wurde die Electronic Device Description Language (EDDL) entwickelt. Sie implementiert einen herstellerunabhängigen Datensatz, eine EDD, die Gerätekonfiguration, Instandhaltung und Funktionalität beschreibt.
Die EDDL definiert die Syntax (Form) und die Semantik (inhaltliche Bedeutung) der Daten als auch das Verhalten eines Feldgerätes oder -Komponente. Sie legt zudem die Struktur des dazugehörigen Nutzerinterfaces fest. Normalerweise ist eine EDD ein lesbarer Text, der von Geräteentwicklern geschrieben wird. Der Gerätehersteller ist verantwortlich für die Vollständigkeit und Korrektheit seines EDD-Quelltextes.
Der EDD-Quelltext kann problemlos mit Hilfe eines EDD-Interpreters (EDDI) in Konfigurationstools (z.B. SIMATIC PDM) übernommen werden. Auch für Entwickler von Konfigurationstools ist dieses Verfahren von Vorteil, weil sie nicht länger für eine Überprüfung aller Geräte verantwortlich sind, die ihre Produkte unterstützen.
Die Gerätebeschreibungstechnologie bildet den neuesten Stand der Technik nicht nur bei Profibus-Anlagen, sondern auch bei anderen Feldbussystemen. Gerätebeschreibungssprachen garantieren einen einheitlichen Umgang mit allen Feldgeräten unabhängig vom Lieferanten und vom Gerätetyp. Für den Anwender bedeutet das, einen Temperaturtransmitter des Lieferanten A und ein I/O-System des Lieferanten B in gleicher Weise behandeln zu können.
Die EDDL-Spezifikation stellt eine detaillierte Beschreibung der EDDL zur Verfügung, die für die Entwicklung einer EDD-Quelldatei erforderlich ist. Der Aufbau der EDD-Applikation und ihr Einsatz während Erstellungs- und Betriebsphasen des Gerätes sind klar definiert.
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